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Cultural Heritage als Ressource? Konkurrierende Konstruktionen, strategische Nutzungen und multiple Aneignungen kulturellen Erbes im 21. Jahrhundert

In Konflikten um Teilhabe, Diversität und Partizipation ist Traditionsbildung eine wichtige Strategie zur Gewinnung diskursiver Legitimationsgewinne. Cultural heritage – im Deutschen ‚Kulturerbe‘ – bezeichnet dabei die Konstruktion von Traditionen zur Bestimmung von Mitgliedschaft in den verschiedensten Gruppenformationen. Teile dieser „Heritage-Produktion“ sind dabei offiziell von nationalen und globalen politischen Organisationen gestützt und damit direkt mit Citizenship, als oft rechtlich kodifizierte Status-konfiguration, verbunden. Andere Formen kulturellen Erbes werden als bürgerschaftliche Praxis in Bezug auf Subjektpositionen entwickelt, die sich im Konfliktfeld gesellschaftlicher Identitätsbehauptungen platzieren möchten. Materielles und immaterielles Kulturerbe wird dabei aus kritisch-dekonstruierender Perspektive in acht Teilprojekten interdisziplinär beforscht. Das Forschungsverbundprojekt ist auf vier Jahre angelegt. Gefördert wird es aus Mitteln des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur sowie der VolkswagenStiftung.


Die Teilprojekte lassen sich in drei Gruppen aufteilen. Eine erste Gruppe sind historisch-kulturanthropologische Projekte, die die Aktualisierung kul-turellen Erbes in städtischen und ländlichen Formationen analysieren:

  • Teilprojekt 1: Strategien kultureller Inwertsetzung von historischen Traditionen und Überresten. Urban heritage in Barcelona, Manches-ter, Birmingham, Liverpool, Breslau und Berlin – bearbeitet durch: Dr. phil. Christine Schoenmakers & Jana Stoklasa
  • Teilprojekt 2: Konstruktionen und Reflexionen zu kulturellem Erbe abseits urbaner Agglomerationsräume. Rural heritage im Hannover-schen Wendland – bearbeitet durch: Jenny Hagemann

    • Assoziiertes Teilprojekt B: Indigenous versus Newcomer History: Von der Moravian Fairfield Mission, 1792-1902, zum Lunaapeew Kultur-Revival im 21. Jahrhundert – bearbeitet durch Menja Holtz

Zwei weitere Projekte widmen sich aus soziologischer und politikwissen-schaftlicher Sicht der Produktion gruppenspezifischer Traditionen, die eigene Subjektpositionen diskursiv verfestigen sollen.

  • Teilprojekt 3: Cultural heritage in ethnoheterogenen Gesellschaften. Zur Produktion von Historizität bei niederländischen, portugiesischen und friesischen Gruppen in Niedersachsen - bearbeitet durch Deborah Sielert
  • Teilprojekt 4: Cultural heritage in Fußball- und Kleingartenvereinen. Eine empirische Studie über Teilhabe in Differenz und Vielfalt – bearbeitet durch Raimund Lazar

Im dritten Feld gruppieren sich bildungswissenschaftlich und didaktisch orientierte Projekte. Hier soll untersucht werden, wie in staatlich finanzierten und gesteuerten Bildungsinstitutionen unter dem Blickwinkel der Teilneh-menden Mitgliedschaftsvorstellungen produziert werden, die Inclusive Citizenship mehr oder minder förderlich sind:

  • Teilprojekt 5: Aushandlung postkolonialen Kulturerbes in Schülervor-stellungen. Eine empirische Untersuchung in didaktischer Absicht – bearbeitet durch Malte Kleinschmidt
  • Teilprojekt 6: Zur Aneignung und Gestaltung von Cultural heritage-Formationen in Familienbildungssettings. Eine Studie zu politisch-partizipativen Sensibilisierungen im Kontext inklusiver Bildung – be-arbeitet durch Florian Grawan
  • Assoziiertes Teilprojekt A: Weltkulturerbe aus der Perspektive Jugend-licher – Vorstellungen, Bedeutungszuweisungen, Einstellungen und Werthaltungen im Kontext von Kulturbewusstsein und gesellschaftlicher Transformation – bearbeitet durch Verena Röll & Sandra Bendler

 

beteiligte Arbeitsbereiche: Prof. Dr. Bös, apl. Prof. Dr. Geiling, Prof. Dr. Lange, Prof. Dr. Robak, apl. Prof. Dr. Schmiechen-Ackermann, Prof. Dr. Schomaker, PD Dr. Tiesler

gefördert durch: